Warum ich immer noch Auto fahre

#zerowaste, #noplastic, #weonlyhaveoneplanet, #nachhaltigkeit, #sustainability
Das sind alles tolle Hashtags auf Instagram und man findet unter diesen Schlagwörter super inspirierende Persönlichkeiten, welche perfekt nachhaltig zu leben scheinen. Sie leben nahezu plastikfrei, ernähren sich vegan und achten auf ökologisch hergestellte Kleidung. Klar hat man da schnell das Gefühl, puh, das schaffe ich nie!

Aber darum geht es nicht. Es geht nicht darum, perfekt zu sein und alles auf einmal zu verändern. So ist das Scheitern bereits vorprogrammiert. Wir Menschen sind Gewohnheitstiere und prinzipiell faul. Veränderungen lösen in uns ein Unbehagen aus und wir tun uns schwer, Gewohnheiten loszulassen – die meisten unter uns zumindest.
Wollen wir unsere Welt retten, müssen wir uns vom „Alles-oder-nichts“-Denken verabschieden. Es gibt auch noch die wunderbaren Grautöne. Mit jeder kleinen Veränderung tun wir etwas Gutes. Wir können zum Beispiel damit starten, keine Strohhalme mehr zu benutzen. Wer braucht die schon? Wir sind ja keine Kinder mehr. Aber somit sparen wir Plastik ein. Stell dir vor, JEDER würde auf Strohhalme verzichten. Wir hätten massiv weniger Plastikmüll.

Wie der Titel verrät, fahre ich auch noch Auto. Und ich muss gestehen, ich fahre viel, sehr viel. Der Gedanke mit zwei kleinen Kindern in einen überfüllten Zug zu sitzen, bereitet mir Gänsehaut. Ich weiss aber, dass die CO2-Emission von Autos ein grosses Umweltproblem darstellt. Trotzdem kann ich (noch nicht) darauf verzichten. Dafür benutze ich keine Plastikzahnbürste mehr, habe mich mehrheitlich von toxischen Reinigungsmittel verabschiedet, versuche insgesamt meinen materiellen Konsum einzuschränken und fliege eher selten. Auch wenn ich nicht perfekt bin, bin ich auf meine Veränderungen im Alltag stolz. Und das solltet ihr auch sein.
Selbst wenn euch nur bewusst geworden ist, welchen Einfluss euer Lebensstil auf unsere Welt hat, ist dies doch ein toller Anfang. Vor jeder Veränderung braucht es nämlich das Bewusst werden.

Mir liegt unsere Erde am Herzen. Ich liebe sie.  Deshalb möchte ich euch ermutigen, startet mit kleinen Veränderungen und seid nachsichtig mit euch. Kleine Schritte sind besser als gar keine.
ALONE WE CAN DO SO LITTLE, TOGETHER WE CAN DO SO MUCH!

Selbstversuch: Unsere Familie ertrinkt im Plastik

„Möchten Sie noch eine Plastiktüte?“, fragt mich der nette Apotheker. Ohne gross nachzudenken, sage ich, „gerne“. Fünfzehn Minuten später bin ich bereits zu Hause und das Plastiksäckchen wandert in den Mülleimer. Die durchschnittliche Nutzungsdauer einer Plastiktüte beträgt ungefähr 25 Minuten.

Plastik: Ein Fluch und ein Segen

Plastik, ein Fluch und Segen zugleich. Dieser Kunststoff ist so vielseitig einsetzbar und ein Leben ohne Plastik schlicht unvorstellbar. Jedoch bringt Plastik auch Probleme mit sich. Bei der Herstellung wird Erdöl benötigt und die meisten Plastikarten zerfallen nur sehr langsam. So braucht zum Beispiel eine Shampooflasche 450 Jahre bis sie sich abgebaut hat. Wenn ich mir vorstelle, dass meine Shampooflasche noch weitere 18 Generationen überlebt, stimmt mich das nachdenklich. Wir ersticken an unserem Müll.

„So braucht zum Beispiel eine Shampooflasche 450 Jahre bis sie sich abgebaut hat.“

Jeder kennt die Bilder, die einen Plastikberg im Meer zeigen und darunter leiden vor allem die marinen Lebewesen. Fische verfangen sich in Plastiksäcken oder sehen kleine Plastikpartikel als Futter an. Dieses Verwechseln mit Futter ist bei den Seevögel eine grosse Problematik. Sie füllen ihre Mägen mit Plastik und stillen so ihr Hungergefühl. Wie wir aber alle wissen, hat Plastik null Nährstoffe und somit verhungern sie sprichwörtlich mit vollem Magen.
Japanische Forscher zeigten auf, dass beim Zersetzungsprozess giftige Stoffe (z.B. Bisphenol A, um Eine zu nennen) freigesetzt werden. Sie reichen sich in der Nahrung der marinen Lebewesen an und beeinflussen somit das Erbgut und den Hormonhaushalt dieser Arten. Wir wiederum essen diese Fische und somit auch die toxischen Stoffe.

Plastik braucht eine Ewigkeit, bis es sich einigermassen zersetzt hat. Wohin also mit dem ganzen Müll? Wäre es nicht einfacher per se weniger Abfall zu produzieren?

Der Selbstversuch

Wenn ihr auf Instagram nach #zerowaste sucht, werdet ihr schnell wunderbare Menschen finden, welche ihren Abfall in einem Marmeladenglas aufbewahren können. Sie leben den Zerowaste-Lifestyle!
Und da bin ich nun und trage gefühlt jeden zweiten Tag einen 35-Liter-Abfallsack zum Abfallsackdepot. Okay, okay, ihr habt recht. Grösstenteils trägt ihn mein Mann raus. Aber das ist hier nicht der Punkt. Wie kommt es, dass wir als vierköpfige Familie so viel Müll produzieren?
Ich habe vier ganze Wochen lang, Plastikmüll behalten, jedoch PET und Windeln nicht dazugezählt. Nach diesen vier Wochen war ich um 3.6kg Plastik reicher. Mir ist aufgefallen, dass praktisch fast alles in Plastik verpackt ist. Sei es der Deckel der Hafer- oder Kuhmilch, der Plastik um die Bio-Gurke, das Joghurt oder der Brotsack. Was tun?
Ich möchte in der Zukunft vermehrt auf dem Markt einkaufen und meine eigenen Stoffbeutelchen mitnehmen. Vermehrt beim Brot auf den Brotsack, welchem häufig Plastik beigesetzt ist, verzichten und meinen eigenen Brotsack verwenden.


Auch im Badezimmer ist Veränderung angesagt, denn auch da: Plastik, Plastik, Plastik wohin man sieht. Sei es das Wattestäbchen, die Zahnbürste oder das Haarshampoo.
Auch da gibt es gute Alternativen. Es gibt Bambuswattestäbchen und Bambuszahnbürsten, die ich von nun an verwenden möchte. Ebenfalls bin ich eine Haarseife und eine Körperseife am Testen. Berichterstattung folgt selbstverständlich.
Es ist alles ein langsamer Prozess, welcher nicht von heute auf morgen geschieht. Aber dieser Selbstversuch hat mich wieder einmal mehr sensibilisiert, wieviel Müll wir tagtäglich produzieren und dass wir daran dringend was ändern müssen.

In diesem Sinne: „Be the change that you wish to see in the world.“

(Quellen: wikipedia.org, global200.at, oeko-fair.de, tagesanzeiger.ch)

3.6kg Plastikmüll in vier Wochen

Nachhaltig schenken muss nicht langweilig sein

Man kann es nicht mehr leugnen. Weihnachten naht. Und somit auch der ganze Massenkonsum was die Geschenke betrifft. Obwohl ich mich auf meiner Reise zu mehr Nachhaltigkeit befinde, möchte ich das Schenken jedoch nicht missen. Doch geht es auch umweltfreundlich?
Ich habe mir den Kopf zerbrochen und teile mit euch meine schönsten Ideen für nachhaltige (Weihnachts-)Geschenke.

  • Schenke Essen. Wer liebt es nicht, sich kulinarisch verwöhnen zu lassen. Es gibt so tolle Angebote wie zum Beispiel Trüffelöl, Schokolade vom Confiseur, ein Korb mit Teigwaren und verschiedenen Saucen. Eurer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.
  • Ihr kennt diese eine Person, die immer einen Strohhalm benutzt? Warum nicht ein Bambustrinkhalm-Set schenken? Meistens hat es noch einen Trinkhalmreiniger dabei.
  • Schenke Zeit. Zeit ist unser kostbarstes Gut und deine Zeit einer Person zu schenken für mich das wertvollste Geschenk. Lass dir einen tollen  Ausflug einfallen und sei diesen Tag nur für die Person präsent. Das Natel bleibt gleich zu Hause. Somit widmest du dich voll und ganz deinem Gegenüber. Gibt es was schöneres?
  • Wie wär es mit ein bisschen Entspannung? Wir sind alle so gestresst – gerade um den Jahreswechsel. Da kommt eine Massage oder einen Eintritt für ein Thermalbad doch genau richtig.
  • Etwas Selbstgemachtes. Ich weiss, old school, aber auch hier nimmst du dir Zeit etwas für eine Person zu kreieren. Sei es selbstgemachte Kekse, Marmelade oder eine getöpferte Vase – mit Liebe gemacht und ein tolles Geschenk.
  • Sie säubern unsere Luft und sorgen für positive Energien. Verschenke eine Pflanze.
  • Auch ein nützliches und nachhaltiges Präsent sind Abo-Karten. Dies kann für ein Museum, den Zoo oder die Bibliothek sein. Auch hier gilt, lass deiner Fantasie freien Lauf.
  • Wie wäre es dein Gegenüber den Zerowaste-Lifestyle etwas näher zu bringen. Fülle einen Korb mit Haar- und Körperseife, einer Bambuszahnbürste und Bambuswattestäbchen. Somit zeigst du, dass nachhaltig zu leben gar nicht so schwer ist.
  • Ein handgeschriebener Brief! Wann bitteschön bekommt man in der heutigen Zeit noch einen persönlich von Hand geschriebenen Brief. Du nimmst dir durch diese Geste wieder Zeit für die Person und der oder die Beschenkte „hält“ deine Gedanken in der Hand. Erzähle ihr, warum du sie magst, was die Person so besonders macht.

Ihr seht, nachhaltig schenken ist durchaus möglich und macht auch Freude.
Zum Einpacken könnt ihr einen schönen Seidenschal verwenden, der als zusätzliches Geschenk dient. Oder ihr bemalt Zeitungspapier und dein Geschenk bekommt deinen persönlichen Touch.

Ich bin neugierig, was ihr euren Liebsten schenkt. Lasst es mich in den Kommentaren wissen.